Leben kommt von Lebensenergie

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Es gibt Tage voller Energie, an denen wir vor Lebenskraft und –freude nur so strotzen und andere, an denen wir uns schlapp und antriebslos fühlen. Die richtige Lebensweise kann helfen, Ernährung, Bewegung, Atmung und Sonnenlicht gelten als Faktoren für mehr Lebenskraft. Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass sie eines liefern: Energie. Nicht nur physische und psychische, auch energetische. Letztere wird als Lebensenergie bezeichnet. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Dieser Frage möchte ich mich in diesem Blog stellen.

Die offizielle Definition beschreibt die Lebensenergie als jene, die alles Leben benötigt, um die Lebensprozesse am Laufen zu halten. In Wikipedia werden die beiden Begriffe Lebenskraft und Lebensenergie synonym verwendet und auf den Begriff der Vitalität zurückgeführt, als „die Fähigkeit, unter den vorgefundenen Umweltbedingungen zu gedeihen und zu überleben.“ Die Beschreibung fokusiert sich auf den körperlich-gesundheitlichen Aspekt.

„Daß ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält,“ 
               
Johann Wolfgang von Goethe Faust. Der Tragödie Erster Teil.

Was benötigt alles Leben nun, um die Lebensprozesse am Laufen zu halten? Wenn es jenseits von (Wirk-)Stoffen noch weiteres, nicht mess- und wägbares gibt, kommen wir in die Notwendigkeit einer anderen als physischen Interpretation von Lebensenergie. Mehr noch, auch das Leben selbst verlangt damit nach einer weiter gefassten Definition, als es die Naturwissenschaften liefern.

Ganz klar ist: auch Tiere und Pflanzen brauchen Lebensenergie. Selbst scheinbar Unbelebtes, wie Mineralien, Steine und die Erde selbst, sind möglicherweise auf diese Energie angewiesen. Damit verlassen wir aber die körperlich-gesundheitlichen Interpretation von Lebensenergie und gelangen zu einer erweiterten Sichtweise. All diese Erscheinungen sind noch nicht hinreichend erforscht. Trotzdem läuft und wiederholt sich alles, als gäbe es ein unumstößliches Programm dafür.

Nur Energie?

Lebenesenergie ist zuerst Energie. Das Wort geht auf altgriechisch ἐνέργεια energeia zurück, das in der griechischen Antike eine Bedeutung im Sinne von lebendiger Wirklichkeit und Wirksamkeit hatte. Das ist eine sehr bezeichnende Definition, denn Energie und Lebendigkeit in einen Zusammenhang zu bringen, hört sich außergewöhnlich an.

Lebenskräfte

In der Naturwissenschaft werden lebendige Strukturen und Organismen auf physische Ursachen, zum Beispiel auf Gene zurückgeführt. Heute hat sich die Epigenetik dazugesellt. Ansätze für eine Existenz von Lebensenergie gibt es zurzeit kaum. Lebensenergie ist nicht sichtbar und nicht mit den gängigen Messgeräten und Messmethoden messbar. In alten Heilmethoden lebt ein Wissen von diesen Kräften und werden in Therapien genutzt.

Äther – die Lebensenergie

Im Sanskrit kennen wir das Wort Akasha, in unserem Kulturkreis bezeichnen wir Lebensenergie mit dem Wort Äther (griech. ‚aithḗr´= Himmel). Es ist ein in vielen Disziplinen gebrauchter Begriff. Allerdings weicht die Bedeutung vom physikalischen Begriff ab, sie sollte wohl nur dem Verständnis von ätherisch als „fein­stofflich“, „leicht“ oder „flüchtig“ entgegenkommen. Noch heute sprechen wir von ätherischen Ölen, die ihr Aroma leicht in die Luft verströmen.

Bildekräfte der Energie

Lebensenergie speist nicht nur Lebenskraft und -freude, sondern auch Bildekräfte. Ihre Aufgabe ist es, lebendige Strukturen innerhalb von Organismen zu bilden. Der Wirkungsort ist der Ätherleib von Mensch, Tier und Pflanze. In der traditionellen europäischen Medizin wird dieser auch als Vitalfeld bezeichnet. Auch Landschaften werden durch die Bildekräfte geformt.

Traditionelle Konzepte

Das Wissen um die Lebensenergie ist uralt und wird in nahezu allen Kulturen der Welt beschrieben. Alle Begriffe beschreiben eine Energie, die für lebende Organismen existentiell ist und Leben aufrechterhält. Jede Kultur hat eigene Methoden hervorgebracht, durch die der Mensch diese Energie beeinflussen kann.

Der chinesische Begriff Qì, in Japan als Ki und in Korea als Gi bekannt, ist ein zentraler Begriff des Daoismus und bedeutet Energie, Atem oder Fluidum, kann aber wörtlich übersetzt auch Luft, Gas, Dampf, Hauch, Äther sowie Temperament, Kraft oder Atmosphäre bedeuten. Die Inder nennen es Prana, ein Begriff aus dem Sanskrit und heißt wörtlich „Hervor-Atem“ (Pra-Ana).Die Grundbedeutung des hebräische Begriffes Ruach (rûaḥ) ist Wind und Atem. Der altgriechische Begriff Pneuma (pneũma) wird mit Hauch, Atem, Luft oder Geist beschrieben. Vertreter der griechischen Philo­sophen­schulen, die Stoiker, verbanden mit dem Begriff einen feurigen Lufthauch. In Form einer Energie durchdringt er alle Körper und das ganze Universum. Wyrd ist ein germanischer Begriff aus der Spätantike. Wyrd stellte man sich als ein Netz vor, das alles mit allem verbindet. Lung, Tripa, Päken sind Begriffe der tibetischen Kultur, Baraka der arabischen Kulltur und Mana der polynesischen Kultur. Inua heißt Lebensenergie bei den Inuit, Wakȟáŋ bei den Sioux, Manitu bei den Algonquin, Orenda bei den Irokesen und Pokunt bei den Shoshone.

Diese „Atem-Begriffe“, haben physische und energetische Aspekte, wobei der Schwerpunkt ihrer Auslegung gelegentlich auf der physischen, manchmal eher auf der energetischen Seite liegt.

Gesundheit und Vitalität

Gesund fühlen wir uns dann, wenn alle Körperfunktionen harmonisch mit Lebensenergie versorgt sind. Nur dann können alle Anforderungen optimal erfüllt werden. Dies gilt auch für Tiere, Pflanzen und Landschaften. Im Feng Shui wird dafür auch die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt betrachtet. Es gilt diese so zu gestalten, dass sie dem Menschen angenehm und förderlich ist und dadurch der Kreislauf des Qi im Körper und in der Umwelt günstig beeinflusst wird. Ebenso sollen ungünstige oder schädliche Wirkungen beseitigt werden.

Schönheit und Gesetzmäßigkeit

Ästhetik ist die Lehre von der Schönheit, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie in der Natur und Kunst. Der goldene Schnitt ist ein Beispiel dafür. Heute wird ästhetisch als Synonym für schön, geschmackvoll oder ansprechend verwendet. Grundlage dafür ist die Lebensenergie, die als Treibstoff für harmonische und harmonikale Entwicklungen in der Natur dient.

Elementare Lebensenergie

Die Lebensenergie bzw. der Äther kann in verschiedenen Qualitäten auftreten. Entsprechend den vier Elementen sind dies erdiger, wässriger, feuriger und luftiger Äther. Sie bilden zusammen mit den physischen Ortsenergien die typischen energetischen Ortsqualitäten. Und sie bilden zusammen mit ästhetischen Qualitäten die Atmosphären am Ort.

Richtungsenergien

Im traditionellen Konzept des Feng Shui werden nicht nur die (fünf) elementaren Energiequalitäten betrachtet, sondern auch acht unterschiedliche Richtungsenergien. Aus jeder kardinalen und ordinalen Richtung erreicht uns jeweils Energie mit bestimmter Qualität. Sie werden als unterstützend oder belastend unterschieden.

Fehlbereiche

Fehlen im umschriebenen Rechteck des Grundrisses einer Wohnung, eines Hauses oder eines Grundstückes signifikant Teile, so ist der Grundriss an jenen Stellen mit Lebensenergie unterversorgt. Es fehlt an jener Energie, die aus der Richtung kommt, in der der Fehlbereich liegt. Glücklicherweise gibt es Methoden, die fehlende Lebensenergie zu kompensieren.

Versorgung mit Lebensenergie

Die Lebensenergie erreicht das Wohnhaus über die Eingangstür. Kann die Lebensenergie ungehindert in alle Bereiche eines Hauses fließen und alle Räume mit Energie versorgen, so empfinden wir die Umgebung als förderlich und harmonisch. Ist der freie Energiefluss zu schnell, zu langsam oder blockiert, sind wir unzufrieden und fühlen uns nicht wohl.

Ein Kommen und Gehen

Die Lebensenergie erreicht jeden Raum durch die Tür und verlässt diesen in einem der Öffnungs­richtung der Türen entsprechenden Bogen (links- oder rechtsorientiert, je nach Anschlagrichtung der Türen) durch die Fenster. Wichtig ist eine ausreichende Aufenthaltsdauer von Lebensenergie in der Wohnung, damit Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität versorgt werden.

Verteilung der Lebensenergie

Die natürliche Bewegung von Lebensenergie ist mäandrierend und sie folgt der Aufmerksamkeit. Daher ist jede Aufmerksamkeit erregende Installation, wie Bilder, Skulpturen, Beleuchtungskörper, Teppiche, Boden- und Wandmarkierungen, usw. auch energielenkend.

Speicherung von Lebensenergie

Lebensenergie wird von uns auch verbraucht. Die Reste setzen sich in den Poren unserer Materialen ab. In manchen weniger, in manchen mehr, schneller oder langsamer. Dies hängt von den material­energetischen Eigenschaften der Materialien ab. Mit dem gezielten Einsatz der Materialien können wir die atmosphärische Qualität von Räumen gestalten.

Entfernung verbrauchter Energie

Unsere Lebensräume sind voller Atmosphären und gelebter Emotionen. Doch nicht immer nähren die Stimmungen der Vergangenheit. Oft bedarf es – bei Umzügen, neuen Lebensabschnitten oder manifesten Stimmungsstörungen – der gezielten Reinigung, Klärung und Erneuerung. Räuchern ist eine mehrerer Methoden, die sich in unseren Volksbräuchen bis heute erhalten hat.

Lebensenergie bildet Atmosphäre

Ob wir uns in einem Raum wohl fühlen oder nicht, ist nicht nur eine Frage der verwendeten Materialien, Ausstattung und Ästhetik, sondern auch der Schwingung – von Lebensenergie eben. An besonderen Orten herrscht eine besondere Atmosphäre. Oder wenn wir uns in einer Gruppe wohl fühlen, eine tolle Atmosphäre da ist – das ist eine bestimmte Schwingung von Lebensenergie.

Atmospheric Design

Gestaltung und Moderation von Atmosphäre und Ästhetik sind uralter Wissensschatz. Wir spüren die Wirksamkeit des Atmosphärischen immer massiver, der kompetente Zugriff auf diese energetische Ebene aber will gelernt ein. Zudem verlangt der häufige Wechsel von Lebenssituationen oder Lebensabschnitten immer öfter nach gezielter Stimmungsgestaltung.

Exkurs: Äthersinn

Lebensenergie ist mit Körperwahrnehmung, also radiästhetisch auffindbar. Radiästhesie (von lateinisch radius ‚Strahl‘ und griechisch aísthēsis ‚Sinneswahrnehmung‘) beschreibt die Strahlen­fühligkeit als eine Form der Körperwahrnehmung. Wir können treffender auch Äthersinn dazu sagen, der ein Teil der Ästhetik (griechisch aísthēsis), der Theorie der sinnlichen Wahrnehmung, ist.

Feinstoffliches

Es gibt verschiedene feinstoffliche Phänomene, die wir mit Rute, Tensor, Pendel oder auch ohne Werkzeug muten können. Lebensenergie und ihre elementaren Erscheinungsformen, verschiedene Erdstrahlungen oder auch Gitternetze sind einige Beispiel dafür. Eine technische Messbarkeit wurde noch nicht gefunden.

Religion

Lebensenergie wird häufig mit dem Religiösen in Verbindung gebracht. Dabei wird sie mit einem „geistigen Atem“ oder „seelischen Hauch“ gleichgesetzt. Dafür dürfen wir eigene Wörter finden, denn Lebensenergie gehört dort nicht hin. Lebensenergie ist ein energetisches Phänomen und damit dem Physischen viel näher als dem Geistigen.

Wissenschaft

Auch die Wissenschaft hat „Andersdenkende“. Für sie bestehen lebende Organismen nicht nur aus Materie. Für sie lässt sich Leben nicht auf Elementarteilchen und deren Wechselwirkung reduzieren. Ihr Verständnis für die Wirklichkeit beruht auf einer anderen Interpretation der Dinge, die sie beobachten. Sie erkennen, dass es neben diesem sichtbaren noch einen unsichtbaren Bereich gibt und alles einer bestimmten Ordnung unterliegt.

Stärke Deine Lebenskraft. Beruhige Deinen Geist.

Es scheint, als würde unser ganzer Lebensweg maßgeblich von der zur Verfügung stehenden Lebens­energie bestimmt. Wenn dem so ist, sollten wir einen Weg finden, Einfluss auf unsere Lebensenergie zu nehmen! Könnte es sein, dass dadurch eine selbstbestimmte Gesundheit möglich wird und zwar bis ins hohe Alter?

RAUMIMPULSE
Mag. Wolfgang Strasser
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