Schutz und Segen für Haus und Hof

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Dem aufmerksamen Betrachter offenbaren sich bei der Betrachtung alter Häuser eine Vielzahl von historischen Zeichen, Symbolen und Bildern an Fassaden, auf Giebeln und Dächern und in Wand­nischen, wie auch auf alten Möbeln und Gebrauchs-gegenständen. Während vorangegangenen Generationen deren Sinn noch bewusst waren, rätseln wir heute über ihre Herkunft und Bedeutung.

Schutz, Abwehr und Segen waren die Gründe für viele Symbole am Haus. Aber auch die Markierung des Eigentums, die Darstellung des ausgeübten Handwerks, die Stärkung von Land und Bewohner waren Anlässe für deren Manifestation durch Symbole. 

Ist das Thema nur von Interesse für Regional- und Heimatforscher? Oder doch auch in einer zeitgemäßen und modernen Form für Haus- und Hofbesitzer? Jeder kann selbst – in der eigenen Philosophie und Spiritualität – Symbole finden, die schützen und einladen.  Im folgenden Artikel stelle ich fünf Möglichkeiten vor, die auch heute Verwendung finden können.

Haus- und Hofmarken

Legitimation für Hab und Gut

Eine Haus- oder Hofmarke ist ein Eigentumszeichen, das an Gebäuden und Gegenständen zur Kennzeichnung angebracht wurde. Es entwickelte sich zu einem Markenzeichen, welches auf eine Person oder auf die Beziehung einer Person zu einem Gegenstand hinweist. Die Marke wurde innerhalb der Familie weitergegeben und bekamen Symbolcharakter der Sippe oder des Bauerngutes.

Haus- und Hofmarken waren in ihrer ursprünglichen Form Kerbmarken, die in Baumstämme eingehauen oder in Holzstücke eingeschnitten wurden. Wir finden sie auf dem Türsturz oder Schlussstein des Hauses, dem Steinkreuz oder dem Grabstein. Auch Körbe und Säcke wurden mit dem Zeichen bemalt, dem Vieh gebrannt oder als Handzeichen statt einer Unterschrift bei Verträgen und Urkunden gesetzt.

Die Zeichen wurden senkrecht zur Maserung geschnitten und haben aufgrund der linearen Figuren eine Ähnlichkeit mit den Steinmetzzeichen, aber auch mit Handwerker- und Gewerbezeichen und mit Runen.

Haus- und Hofmarken wurden sie deshalb, da sie mit dem Grundstück verbunden waren und mit ihm vererbt wurden. Dazu kam der Glaube, dass in dem Zeichen Kraft innewohne.

Schutz- und Segenszeichen

Schutz und Segen für Haus und Hof

Bei Häusern, insbesondere Bauernhöfen aus früheren Zeiten, sind Symbole keineswegs nur Schmuck und künstlerischer Ausdruck unserer Volkskultur. Symbole greifen wesentlich tiefer. Sie sind Ausdruck von Spiritualität, Glaube, Hoffnung und Vertrauen auf ein gelungenes Leben von vielen Generationen. Diese waren eingebunden in ein kosmisches Geschehen.

Das Haus ist eine geistig-seelische Einheit, ein Holon. Mit der Errichtung der Mauer, der “Haut” wird es geschaffen, indem ein Bereich aus der unmittelbaren Einheit des Ortes herausgenommen wird. Dieser Raum wird dem Holon des Ortes entzogen. Deshalb waren traditionell eine Reihe von Maßnahmen erforderlich, um die Ortskräfte zu besänftigen und den Schutz der Grenze zu gewährleisten.

Symbole an Häusern und Höfen sind zumeist sehr alt und hatten vielfältigste Aufgaben. Sie sollen das Haus und die Ernte schützen, das Böse abwehren, den Segen bringen sowie Gesundheit und Fruchtbarkeit fördern. Symbole haben die Energie und Information des Dargestellten. Beispielsweise hat ein Sonnentor die Information der Fülle der Sonne, die alles Leben fördert. Lebensbaum, Kreis, Spirale, Kreuz, Raute und Pfeil, IHS und CMB sind weitere Beispiele.

Typische Symbole an Häusern:

  • Symbole an Toren und Türen. Die Raute ist Symbol der Großen Göttin bzw. die Lebensrune oder Odil-Rune. Sie stärkt die Energie des Hauses und schützt gegen negative Einflüsse. Weiters finden wir Sonnentore und Tore mit dem Lebensbaum, der die Fülle des Jahres darstellt.
  • Symbole auf dem Deckentram. Wir finden meistens die Tramrose, die Zimmermannrose oder die Blume des Lebens mit ihrer Fülle an Interpretationen. Weiters sind die Initialen von Jesus und Maria sowie der Besitzer eingekerbt. Wellen- oder Zickzack-Fries sind Symbole des Stirb-und-Werde des Lebens und des Jahres. Dieses Symbol finden wir auch auf den Haus- und Zimmerwänden aufgemalt.
  • In den Bretterwänden von Holzstadeln sind Symbole eingeschnitten und bei gemauerten Stadeln finden wir in manchen Gegenden bei den Lüftungsfenstern bzw. -schlitzen die schönsten und verschiedensten Muster, die mit Rund- und Flachziegel zu Symbolen gestaltet wurden. Auch christliche Symbole sind hier zu finden.
  • An den Hausfirsten finden wir Tierköpfe, wie die bekannten Pferdeköpfe auf den gekreuzten Windbrettern, die vermutlich noch aus der Zeit der Totemtiere stammen dürfte. Bei alten Häusern gibt es nichts Zufälliges.

Es ist spannend, sich mit dem Ursprung und der Kultur- und Religionsgeschichte von Haussymbolen zu beschäftigen. Doch scheint es mir wesentlicher, welche Symbole wir heute in und an unseren Häusern verwenden können. Welche Symbole können uns in unserer Lebensentwicklung unterstützen, uns Freude schenken?  

Der Genius Loci

Geben Sie dem Ort und dem Haus seine Persönlichkeit

Jeder Ort ist „anders“, besitzt ein gewisses Etwas, das ihn von allen anderen Orten unterscheidet. Orte haben etwas Einzigartiges – eine besondere Ausstrahlung und Atmosphäre, eine nicht genau festzumachende Stimmung, die nicht nur mit ihrer Ästhetik in Zusammenhang gebracht werden kann. Es scheint ihnen ein besonderer „Geist“ inne zu wohnen, der auf unsere Seele eine große Wirkung ausübt – der Geist des Ortes oder der Genius Loci. Diesen Geist bildlich oder symbolhaft einzufangen und darzustellen, z.B. in Form einer Malerei, einer Plastik oder einer Bildnische kann das Haus und den Lebensraum stärken.

Das Kosmogramm

Die Sprache mit der Erde

Das Kosmogramm ist genaugenommen kein Symbol, sondern eine Sprache. Es repräsentiert sowohl die Bewohner und ihre Lebensprozesse als auch das Urbild des Ortes. Das Kosmogramm wird in einem schöpferischen Prozess gemeinsam entwickelt und auf Steinen, wie z.B. auf dem Grundstein, einem Eckstein oder auf eine Steinsetzung eingraviert. So verbunden mit dem Lebensraum wird das Kosmogramm gleichsam zum „Wahlspruch“ der Bewohner, zur Leitidee eines erfüllten und harmonischen Lebens im neuen Lebensraum.

Die Steinsetzung

Der persönliche Kraftort am Grundstück

Steinsetzungen dienen dazu, Energien des Ortes in Fluss zu bringen, besser zu halten und zu stabilisieren. Sie bauen ein Resonanzfeld auf und haben auf alle einwirkenden Energien einen reinigenden Effekt. Der Ort trägt zur Lebendigkeit und Klarheit für die ganze Umgebung bei.

Gleichzeitig kann eine Steinsetzung einen persönlichen Kraftplatz am Grundstück markieren. Gemeinsam mit Energie aufbauenden und mit ausleitenden Punkten wird das Grundstück zum Lebensraum für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität.

Ich entwickle gerne mit Ihnen gemeinsam die Symbolsprache ihres Hauses.

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Mag. Wolfgang Strasser
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